Herzrhythmusstörung

Ein normaler, gesunder Mensch hat eine Herzschlagfrequenz, die irgendwo zwischen 70 und 90 Schlägen pro Minute beträgt. Gelegentlich, je nach Tätigkeit oder körperlicher Verfassung kann diese Frequenz auch von diesen Werten abweichen. Man spricht von einer Herzrhythmusstörung, wenn die Herzschlagfrequenz dauerhaft entweder unter 60 oder über 100 Schlägen pro Minute beträgt. Die Ursachen für solche Herzrhythmusstörungen können mannigfaltig sein und müssen nicht immer einen krankhaften Hintergrund haben.

So kommt es bei Leistungssportlern durchaus häufig vor, dass deren Herzfrequenz unterhalb von 60 Schlägen pro Minute liegt. Und jeder kennt das Gefühl des Herzrasen, das nicht nur bei körperlicher Anstrengung sondern auch durch Stress ausgelöst werden kann und durch eine Herzschlagfrequenz ausgezeichnet ist die bis zu 150 und mehr Schlägen pro Minute betragen kann.

Von diesen Zuständen unterscheidet sich die krankhafte Herzrhythmusstörung. Deren Ursache sind häufig Auswirkungen bestehender Herz- und Herz-Kreislauferkrankungen. Insbesondere Bluthochdruck, Herzmuskelerkrankungen, eine koronare Herzerkrankheit aber auch Schilddrüsen- und Lungenerkrankungen können Auslöser einer Herzrhythmusstörung sein. Zu den externen Faktoren einer Herzrhythmusstörung zählen übermäßiger Kaffee- und Nikotingenuss sowie Drogen und Medikamentennebenwirkungen. Auch dauerhafter Stress kann zu krankhaften Herzrhythmusstörungen führen.
Generelle Symptome einer Herzrhythmusstörung sind Schwindelgefühl oder –anfälle, Herzklopfen und eine allgemeine Benommenheit, die bis zu Bewusstseinsverlusten sowie Seh- und Sprachstörungen führen kann.

Zur Unterscheidung, ob es sich um eine schwerwiegende Herzrhythmusstörung aufgrund anderer vorliegender Erkrankungen handelt oder ob diese nur vorübergehender Natur ist und keine weitere organische Ursache hat, werden unterschiedliche Diagnoseverfahren eingesetzt. Neben der Patientenanamnese, das ist die Krankheitsgeschichte bzw. der Verlauf der Erkrankung steht hier an erster Stelle das EKG, das Aufschluss über die Herzfunktionen in Ruhe und unter Belastung anzeigt. Aber auch Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen des Brustkorbes sowie Ultraschalluntersuchungen des Herzens spielen bei der Diagnose einer Herzrhythmusstörung eine wichtige Rolle.

Ist die Ursache einer Herzrhythmusstörung erkannt, dann erfolgt eine zielgenaue Therapie, die sich an den zugrunde liegenden Ursachen orientiert. In leichten Fällen reichen oft schon einfache Entspannungsübungen um vor allem bei einer zu hohen Herzfrequenz wieder einen Normalzustand zu erreichen. Liegen jedoch weitere Erkrankungen zugrunde, dann kann deren spezifische Behandlung die Herzrhythmusstörung in den meisten Fällen beheben, z. B. bei einer Schilddrüsen- oder Lungenerkrankung. In vielen Fällen wird der Arzt jedoch nicht um die gezielte Behandlung einer Herzrhythmusstörung umhin kommen. Dafür stehen heute eine Vielzahl von spezifischen Medikamenten bereit, zu denen vor allem die sogenannten Antiarrhythmika zählen. Zu diesen werden unter anderem z. B. Betablocker, Kalziumantagonisten und Digitalispräparate gezählt.

In Fällen, in denen die medikamentöse Behandlung nicht zu einer dauernden Verbesserung der Herzrhythmusstörung führt, ist die Einpflanzung eines Herzschrittmachers angezeigt. Dies ist heute schon eine Routinebehandlung und führt in der Regel auch zu einer Normalisierung der Herzfrequenz.